Geschichte von Mitland
12.04.2024Moeder Thea hatte Bowlingbahnen gesehen, ein ziemlich neues Phänomen, das aus Amerika herübergekommen war und Utrecht noch nicht erreicht hatte.

Moeder Thea hatte Bowlingbahnen gesehen, ein ziemlich neues Phänomen, das aus Amerika herübergeweht war und Utrecht noch nicht erreicht hatte.
Die Geschichte des Hotel Mitland, die nun schon ein Jahrhundert umspannt, ist untrennbar mit der der Familie Plijnaar verbunden. Diese betrachtet 1924 als den Beginn der Unternehmensgeschichte. Das stimmt auch faktisch, denn damals begann der Großvater der heutigen vier Brüder an dem Ort, wo sich jetzt das Hotel, die Bowlingbahnen, das Restaurant und die Tagungsräume befinden, ein Tennisgelände. Aber schon davor hatte dieser G.P.J. Plijnaar in unmittelbarer Nähe einen Beton-Tennisplatz mit Teestube betrieben. Dieser musste jedoch schließen wegen der Belästigung, die die Anwohner zu erfahren glaubten.
Rob Plijnaar (1951) hat sich von den Brüdern am meisten mit der Geschichte des Unternehmens beschäftigt; zudem kann er aus eigener Erfahrung viel zu den historischen Fakten hinzufügen und diese mit persönlichen Erinnerungen würzen. So erinnert sich Rob noch gut daran, dass Mitland (Match Ice Tennis) zu einem bestimmten Zeitpunkt 15 Tennisplätze hatte, die intensiv von mehreren Vereinen genutzt wurden. „Bert leitete den Betrieb und vor allem die Bar lief wie geschmiert, ob nun Tennis gespielt wurde oder nicht, es war immer voll. Und sobald es zu frieren begann, setzten wir die Plätze unter Wasser, damit man Schlittschuh laufen konnte“, erzählt er. „So hatte das Messer zwei Schneiden.“ Doch dieser Erfolg endete, als Anfang der 70er Jahre die Kunsteisbahn Overvecht eröffnete und die Stadt Utrecht zudem den Bau mehrerer Tennisplätze mit Subventionen förderte. „Also zogen viele Vereine auf diese günstigeren, subventionierten Plätze um. Zudem lagen unsere Plätze unter dem Niveau, sodass sie bei Regen schnell unter Wasser standen. So verloren wir das Schlittschuhlaufen und größtenteils auch das Tennis.“
Enormer Brand
Glücklicherweise bot Mutter Thea eine Lösung. Sie hatte in Den Haag und Amsterdam Bowlingbahnen gesehen, ein ziemlich neues Phänomen, das aus Amerika herübergeweht war und Utrecht noch nicht erreicht hatte. „Inzwischen war ich aus dem Militärdienst und nach einem Jahr bei Bijenkorf begann ich hier bei Mitland zu arbeiten, in der Zeit, als die Bowlingbahn gebaut wurde“, so Rob. Im Zusammenhang mit diesem Bau entstand auf dem Gelände ein hölzernes Notgebäude, das als Kantine diente. „Im Juni 1973 brach in diesem Notgebäude ein enormer Brand aus, was natürlich einen Rückschlag bedeutete. Aber gut, gemeinsam räumten wir schnell auf und errichteten ein neues Notgebäude, damit der Bau weitergehen konnte.“
Im Dezember desselben Jahres wurde die Bowlingbahn, die erste in Utrecht und Umgebung, eröffnet; Bürgermeister Van Tuyll van Serooskerken warf die erste Kugel.
Umgedrehte Blumentöpfe als Lampen
Aufgrund der enormen Investition, die der Bau der Bowlingbahn erforderte, musste die Familie Plijnaar kreativ vorgehen. „Es kostete viel Mühe, die Finanzierung zu sichern, und in den ersten Jahren war es wirklich Mangelware“, erinnert sich Rob noch gut. „Bei der Einrichtung haben wir alle selbst gestrichen und für die Beleuchtung benutzten wir umgedrehte Blumentöpfe als Lampen. Eine Notlösung, aber es sah sogar noch nett aus.“ Die Bowlingbahn war sofort ein enormer Erfolg, sodass das Unternehmen expandierte, was auf Kosten der Tennisplätze ging, die im Laufe der Jahre schließlich ganz verschwanden. 1978 kam das Restaurant hinzu. Dies bot die Möglichkeit, das Bowling nicht nur mit Fondue, Gourmet und Steingrill zu kombinieren, sondern auch Buffets anzubieten. „Diese Bowlingbahn bleibt ein großer Erfolg“, sagt Rob. „Ich kann es nicht ganz erklären, aber seit Corona ist die Bahn wieder ständig voll. Es wird wohl mit der Atmosphäre zu tun haben und dem Gesamtpaket, das wir anbieten.“
‘Keine teuren Autos’
Inzwischen arbeiteten alle vier Brüder im Unternehmen und obwohl das Geschäft hervorragend lief, war es für sie kein großer Gewinn. „Meine Mutter war sehr sparsam“, erinnert sich Rob. „Das bedeutete für uns keine teuren Autos oder hohe Gehälter und wir wohnten alle in einer Wohnung hier in Laufnähe, an der Karel Doormanlaan, sodass es auch keine Reisekosten gab. Alles, was wir verdienten, wurde direkt in das Unternehmen investiert.“ Im Laufe der 80er Jahre entstand die Idee, das Geschäft um ein Hotel zu erweitern („ursprünglich wollten wir ein Motel, daher der lange Flur, der immer noch im Gebäude ist“) und 1986 wurde es eröffnet. Aufgrund des Mangels an Hotels damals in Utrecht, der günstigen Lage und der Parkmöglichkeiten zog das Hotel sofort viele Touristen an, aber auch Sportmannschaften fanden und finden ihren Weg zum Hotel Mitland. „Wir hatten hier Dartspieler, Fußballer, Hockeyspieler, Cricketspieler, Radfahrer der Tour de France und der Vuelta“, zählt Rob auf. „Und wir sind nicht nur in der Nähe der Stadt, sondern auch des Utrecht Science Park und der Universität und Krankenhäuser.“
‘Einfach weitermachen’
Vorerst ist das Hotel Mitland noch nicht fertig mit seiner weiteren Entwicklung. Es gibt Pläne, noch weiter zu expandieren („obwohl der Platz immer knapper wird“) und die Renovierung geht sowieso immer weiter. „Sind wir hinten fertig, fangen wir wieder von vorne an“, sagt Rob. „Wir haben schon viele Umbauten und Erneuerungen hinter uns. Und alle fünf bis sieben Jahre werden alle Zimmer neu eingerichtet. Gerade in Zeiten der Rezession muss man das tun. Nein, wir machen einfach weiter.“
Auf mitland.nl steht unter ‘Über Mitland’ die Geschichte des Unternehmens in chronologischer Reihenfolge mit Zahlen, Fakten und Jahreszahlen

